Schwarzer Holunder
Wegen seiner positiven Eigenschaften hat das heimische Gewächs die Auszeichnung als Heilpflanze des Jahres 2024 mit Recht verdient. Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) hat, dank seiner Eigenschaften, den Beinamen Herrgottsapotheke.
Doch der Allrounder kann noch viel mehr. Als Tee, Marmelade, Sirup, Erfrischungsgetränk oder als Hollerküchle eine wahre Delikatesse. Hier erfährst du alles wissenswerte über den Holunder.
Schwarzer Holunder in der Küche
Seine Rinde, Blüten und die Früchte, die zum Steinobst zählen, finden vielfach Verwendung. Sie werden geschätzt als Heilmittel, Lebensmittel und Farbstoff.
Die Holunderblüten
Die Blüten können normalerweise zwischen Mai und Juli geerntet und sowohl in frischer als auch in getrockneter Form zubereitet werden. Als Tee, Erfrischungsgetränk oder als Holunderküchle (auch Hollerküchle genannt) ausgebacken werden – eine wahre Delikatesse.
Die unreifen Beeren
Von den unreifen, grünen Früchten solltest du lieber die Finger weg lassen. Die Beeren enthalten mehrere Giftstoffe und können, bei Mensch und Tier, zu Vergiftungserscheinungen und Magenbeschwerden führen.
Die Holunderbeeren
Die schwarz-violett bis tiefschwarzen Holunderbeeren, die im September und November reif werden, können in gekochter Form verwendet werden. Die reifen Beeren werden in der Küche als Tee, Direktsaft, Gelee oder Obstwein sehr geschätzt.
Warnhinweise
Giftstoff Sambunigrin: Durch den natürlichen Schutz der Pflanze vor Fressfeinden, ist in den Samen reifer Früchte und in unreifen Früchten der Giftstoff Sambunigrin enthalten. Holunderbeeren solltest du stets abkochen und nicht roh verzehren, die Beeren sind leicht giftig, Übelkeit und Erbrechen können die Folgen sein. Um die Giftstoffe zu neutralisieren, sollten die Beeren vor dem Verzehr min. 15 Minuten lang auf über 80° erhitzt werden.
Verwechslung: Vorsicht, die Beeren des Zwergholunders sehen denen des schwarzen Holunders sehr ähnlich. Der Zwergholunder wird meist nur ca. 1,2 Meter hoch, wächst als eine aufrechte Staude und bildet kein Holz. Der schwarze Holunder verholzt und lässt seine Früchte nach unten hängen.
Anwendungsbeispiele in der Küche
- Holunderblütentee: Einfach und schnell – 2 Teelöffel Holunderblüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
- Holundersaft: Holundersaft kann pur oder in Getränken wie Tee oder Wasser getrunken werden.
- Holundermarmelade: Holunderbeeren können zu Marmelade, Kompott oder Saft verarbeitet werden.
Heilwirkung Schwarzer Holunder
Während früher Blüten, Blätter, Rinde und die Beeren zu medizinischen Zwecken verwendet wurden, stehen heutzutage hauptsächlich Blüten und Beeren im Focus. Die Holunderbeeren enthalten Zink und verschiedenste Antioxidantien, darunter Vitamin C und Anthocyane (Flavonoide, die in reifen Früchten vorkommen).
Die bekannte Heilwirkungen des Schwarzen Holunders in der Naturheilkunde sind u.a.:
- Entzündungshemmende Wirkung: Holunderblüten und -beeren wirken entzündungshemmend auf die Schleimhäute der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts.
- Antibakterielle und antivirale Wirkung: Holunderblüten und -beeren enthalten Flavonoide und Anthocyane, die antibakteriell und antiviral wirken. Sie können helfen, Erkältungsviren und Bakterien abzutöten.
- Fiebersenkende Wirkung: Holunderblütentee wirkt schweißtreibend und kann so dazu beitragen, Fieber zu senken.
- Schleimlösende Wirkung: Holunderblüten und -beeren können festsitzenden Schleim in den Atemwegen lösen und so Husten lindern.
- Immunstärkende Wirkung: Vitamin C ist wichtig für die Funktion des Immunsystems. Holunderbeeren sind eine gute Quelle für Vitamin C.
Gut zu wissen
Die Blüten des Schwarzen Holunders werden laut Naturheilverein (NHV) Theophrastus, als traditionelles Heilmittel von der Europäischen Arzneimittelagentur anerkannt.
WirkstoffKüche Fazit
Schwarzer Holunder ist eine vielseitige Heilpflanze, die sowohl als Lebensmittel in der Küche, wie auch bei verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden eingesetzt werden kann.
